Von der Zentralen Notaufnahme zum Integrierten Notfallzentrum

Die Notfall-Versorgung in Deutschland befindet sich im Umbruch. Nach dem BGA-Beschluss von 2018 ist nun die Einrichtung von Notfallzentren geplant. Inwieweit dies die gewünschten Konsequenzen haben wird, hängt von der Qualität der Umsetzung ab.

Wir unterstützen Krankenhäuser sowohl bei der Umsetzung neuer gesetzlicher Vorgaben, als auch bei der Nutzung des Gestaltungsspielraums innerhalb des gesetzlichen Rahmens. Wir beraten bei der Ausarbeitung, Abstimmung und Einführung von Prozessen und Regeln, die die Bedürfnisse aller Stakeholder innerhalb und außerhalb des Krankenhauses bestmöglich erfüllen.

Welche Themen im Zuge der Neuordnung der Notfallversorgung auf die Notaufnahmen zukommen, zeigen wir im Folgenden auf:

Neustrukturierung der Notfallversorgung durch gemeinsame Notfallleitstellen und Integrierte Notfallzentren

Gemeinsame Notfallleitstellen (GNL)

Notfallleitstellen mit bundeseinheitlicher Rufnummer –
Was ist geplant?

„Künftig sollen die Gemeinsamen Notfallleitstellen (GNL) die Verteilung der Patienten in medizinischen Notsituationen übernehmen.
In diesen Notfallleitstellen werden Patienten auf der Grundlage einer qualifizierten Ersteinschätzung (Triage) in die richtige Versorgungsebene vermittelt. Dabei kann es sich um den Rettungsdienst, ein integriertes Notfallzentrum oder – während der Sprechstundenzeiten – eine vertrags­ärztliche Praxis handeln.
Beim Entgegennehmen des Anrufes ist auch weiterhin erkennbar, welche Nummer die Anruferin oder der Anrufer gewählt hat.“

Quelle: Bundesgesundheitsministerium

Eines der Ziele ist dabei die…

„Steuerung des Patientenzutritts in stationäre Notfalleinrichtungen durch geeignete Instrumente. Soweit möglich sollen Patienten motiviert werden, im Notfall nur solche Krankenhäuser aufzusuchen, an denen INZ eingerichtet sind, da nicht an allen Krankenhäusern INZ eingerichtet werden können und sollen.“

(Auszug aus dem Referentenentwurf des BMG. Quelle: https://www.dkgev.de/fileadmin/default/Mediapool/3_Service/3.4._Publikationen/3.4.1._das_Krankenhaus/das_Krankenhaus_05_2019_Politik-BMG-Eckpunkte_Notfallversorgung.pdf)

Die telefonische Ersteinschätzung zur Wahl des geeignetsten Versorgungsweges durch die GNL soll mit Hilfe eines standardisierten Verfahrens erfolgen:

Eine Gemeinsame Anlaufstelle für die Akut-und Notfallversorgung in Deutschland

„Mit dem softwaregestützten Verfahren SmED (strukturierte medizini­sche Ersteinschätzung in Deutschland) sollen Patienten künftig von medizinisch qua­li­fiziertem, nicht ärztlichem Personal durch strukturierte Fragen zur weiteren Abklärung ihrer Beschwerden in die richtige Versorgungsebene gelenkt werden.“

Quelle: https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/103142/Gesetzentwurf-zur-Notfallreform-kommt-im-Sommer

Was ist für die Umsetzung wichtig?

Aus unserer Sicht ist die Einrichtung gemeinsamer Notfallleitstellen grundsätzlich zu begrüßen.

Da es jedoch nicht möglich ist, jeden Fall telefonisch so sicher einzuschätzen, wie es bei der persönlichen Ersteinschätzung in eine Notaufnahme möglich ist, muss der Patient weiterhin die Freiheit haben, ein Krankenhaus aufzusuchen. So dürfte es schwierig sein, am Telefon zu entscheiden, ob ein Patient Rückenschmerzen, einen Herzinfarkt, oder ein Aortenaneurysma hat. Schwierig dürfte auch die Kommunikation mit Patienten sein, die weder Deutsch noch englischen Sprache ausreichend mächtig sind. Eine absolute Entscheidungshoheit würde die Notfallleitstelle und deren Personal massiv überfordern und letztere sogar in Gewissenskonflikte bringen, wenn die Einschätzung einmal nicht korrekt und das Ergebnis fatal war.

Im Pressetext des BMG ist impliziert, dass der Patient während der Sprechzeiten gegebenenfalls an eine vertragsärztliche Praxis weitergeleitet werden kann. Diese Kapazitäten müssen entsprechend bereitgehalten werden, da sonst der angestrebte Effekt, nämlich die Entlastung der Notaufnahmen, nicht erreicht werden kann.

Integrierte Notfallzentren

Was ist geplant?

„KVen und Krankenhäuser erhalten den Auftrag, künftig integrierte Notfallzentren (INZ) in vom Land im Rah-men der Krankenhausplanung bestimmten Krankenhäusern (Notfallversorgungsplanung) einzurichten und zu betreiben. Hierbei haben sie die Anforderungen des G-BA gemäß Beschluss vom 19. April 2018 über das Notfallstufensystem in Krankenhäusern zu berücksichtigen. Die INZ sind erste Anlaufstelle für alle gehfähigen Notfallpatienten sowie Patienten, die dem INZ von der Notfallleitstelle zugewiesen wurden, und können auch direkt vom Rettungsdienst angesteuert werden. Bestehende Bereitschaftsdienst- und Portalpraxen werden sukzessive vollständig in das INZ überführt.“ … „In den INZ werden eine zentrale Anlaufstelle („Ein-Tresen-Prinzip“), der ärztliche Bereitschaftsdienst der KV und die zentrale Notaufnahme des Krankenhauses integriert.“ … „Durch die zentrale Anlaufstelle im INZ erfolgt entweder die Überprüfung der 1. Triage der Notfallleitstelle, oder eine erstmalige Triagierung mit Zuweisung des Patienten in die richtige Versorgungsebene. In der Anlaufstelle ist daher zu entscheiden, ob der Patient im Rahmen einer Erstversorgung behandelt werden kann, er einer sofortigen weitergehenden Untersuchung im Krankenhaus bedarf, eine unmittelbare stationäre Behandlung im Krankenhaus erforderlich ist, oder ob der Patient – ggf. nach einer Stabilisierung der gesundheitlichen Situation – an eine Vertragsarztpraxis verwiesen werden kann. Nach der Triagierung durch die zentrale Anlaufstelle erfolgt dann abhängig vom Behandlungsbedarf entweder eine weitergehende Untersuchung oder Behandlung im Krankenhaus, ggf. mit stationärer Aufnahme oder der Verweis an eine Vertragsarztpraxis.“

Auszug aus dem Referentenentwurf des BMG. Quelle: https://www.dkgev.de/fileadmin/default/Mediapool/3_Service/3.4._Publikationen/3.4.1._das_Krankenhaus/das_Krankenhaus_05_2019_Politik-BMG-Eckpunkte_Notfallversorgung.pdf

Wie kann der „gemeinsame Tresen“ funktionieren?

Es ist kaum anzunehmen, dass der „gemeinsame Tresen“ parallel mit einem Vertragsarzt und einem Krankenhausarzt besetzt sein wird, die Hand in Hand über die Zuordnung des Patienten entscheiden. Realistisch ist, dass nichtärztliches Personal (wie bisher) die Ersteinschätzung übernimmt.

Bereits mit dem BGA-Beschluss von 2018 wurde die Ersteinschätzung in den meisten Notaufnahmen umgesetzt. Dabei galt und gilt, dass durch nichtärztliches Personal kein Patient abgewiesen werden kann, solange der Gesetzgeber nicht klipp und klar sagt, dass bei einer Fehleinschätzung weder das Notfallzentrum, noch dessen Personal rechtlich belangt wird. Nichtärztliches Personal darf Patienten allenfalls empfehlen, einen niedergelassenen Arzt aufzusuchen. Dies gilt nach unserer Einschätzung auch dann, wenn standardisierte Ersteinschätzung Verfahren wie SmED zum Einsatz kommen.

Auch der Arzt wird sich im Zweifelsfall schwertun, einen Patienten abzuweisen, bevor er mit ihm zumindest persönlich gesprochen hat.  

Um die angestrebte Entlastung der Notaufnahmen durch die Verlagerung nicht kritischer Behandlungen in den vertragsärztlichen Bereich wirksam realisieren zu können, bedarf es einer wesentlichen Voraussetzung:

Die Anwesenheit eines Vertragsarztes („Bereitschaftsdienst der KV“)

Solange kein Vertragsarzt anwesend ist, geschieht nichts anderes, als heute: Die Ersteinschätzung erfolgt durch eine hierfür geschulte Pflegekraft, der Patient sieht nach einer mehr oder weniger langen Wartezeit einen Arzt, der über die weitere Behandlung entscheidet.

(Eine Variante sind fast-track-Verfahren, bei dem Ärzte der Notaufnahme (also Krankenhausärzte) Patienten der untersten Ersteinschätzungs-Kategorien „im Schnellverfahren“ so weit diagnostizieren, dass sie den Patienten entweder kurz versorgen oder ihn risikofrei an einen Vertragsarzt weiterleiten können.)

Um also eine weitere Entlastung von Notaufnahmen zu erreichen, müssten Vertragsärzte ihre Präsenzzeiten in den Notfallzentren deutlich ausweiten. Kritisch ist hierbei auch die Qualifikation der Vertragsärzte – je qualifizierter, desto mehr Fälle können ohne eine Weiterleitung an die Notaufnahme behandelt werden.

Im Einzelnen ist also folgendes festzulegen:

  • Zu welchen Zeiten sind Vertragsärzte für die ambulante Patientenversorgung präsent?
  • Welche Qualifikationsvoraussetzungen haben dies Vertragsärzte?
  • Wer übernimmt die Ersteinschätzung am „gemeinsamen Tresen“?
  • Welche Qualifikationsvoraussetzungen gelten für die Übernahme der Ersteinschätzung?
  • Inwieweit ist es zulässig, dass nichtärztliches Personal einen Patienten abweist, wenn kein Vertragsarzt im Notfallzentrum verfügbar ist? (Wir gehen davon aus, dass dies nicht zulässig ist, sondern jeder Patient, der ins Notfallzentrum kommt, auch von einem Arzt gesehen werden muss)
  • Welche medizinische Ausstattung ist in den Räumen für die vertragsärztlichen Versorgung vorhanden und inwieweit haben die Vertragsärzte Zugriff auf diagnostische Einrichtungen des Krankenhauses (z.B. Labor, Röntgen)
  • Neben der Notwendigkeit eines Critical Incident Reportings ist ein systematisches Qualitätsmanagement aufzubauen. So ist zu fordern, dass die Ergebnisqualität der Ersteinschätzung und der Weiterversorgung (in den verschiedenen Strukturen) gemessen und die Ergebnisse systematisch zur kontinuierlichen Verbesserung (KVP) genutzt werden?

Davon abgesehen muss natürlich auch die Finanzierung sämtlicher Leistungen des Notfallzentrums klar (und so einfach wie möglich) geregelt werden.

Weiterleitung / Verlegung von Patienten in Krankenhäuser ohne Notfallzentrum

Ziel des Gesetzgebers ist nicht zuletzt eine Reduktion der Anzahl von Notaufnahmen – so dass am Ende nur noch Notaufnahmen bleiben, die zu Notfallzentren umstrukturiert werden.

Dies bedeutet gleichzeitig, dass die Anzahl der Krankenhäuser, die keine anerkannte Notaufnahme haben, noch weiter zunehmen wird. Schon der G-BA Beschluss von 2018 hat dazu geführt, dass kleinere Krankenhäuser heute nicht mehr über eine eigene Notaufnahme verfügen (deren Leistungen refinanziert werden). Je nach regionaler Situation hat dies eine verstärkte Kooperation oder Konkurrenz von Krankenhäusern zur Folge.

Je weniger NFZ es gibt, desto größer wird die Notwendigkeit, Patienten in andere Häuser weiterzuverlegen. Das Bettenmanagement stellt schon heute für die meisten Kliniken eine große Herausforderung dar (die bei weiterer Konzentration von Krankenhäusern noch größer werden dürfte). Mit der Einrichtung von Notfallzentren wird ein häuserübergreifendes Bettenmanagement erforderlich.

Dabei ist zum Beispiel die Frage zu klären,

  • ob Patienten bei entsprechender Einschätzung des Behandlungsbedarfs von den GNL auch direkt in Häuser ohne anerkannte Notaufnahme erfolgen kann, oder
  • ob die Weiterleitung an ein solches Haus ggf. erst nach Kontakt mit dem Notfallzentrums erfolgen kann, oder
  • ob Patienten (ohne ärztliche Einweisung) vor einer Aufnahme in einem Krankenhaus ohne zentrale Notaufnahme immer zuerst in einem Notfallzentrum gesehen werden müssen.

Letzteres ist insofern nicht abwegig, als die Entscheidung über den Behandlungsweg generelle Aufgabe von Notaufnahmen/Notfallzentren ist. Dennoch kann die Situation häufig eine Direkteinweisung nahelegen (Bsp.: Zustandsverschlechterung bei einem Karzinompatienten, der regelmäßig in einem Haus ohne Notaufnahme versorgt wird).

Erste regionale Krankenhausträger haben bereits begonnen, Notaufnahme-Netzwerke einzurichten, damit die notwendige Kooperation systematisch und reibungslos möglich wird. Wir erste Kooperations-Projekte zur Bildung von Notaufnahme-Netzwerken begleitet und erleben dabei, dass davon alle beteiligten Häuser in erheblichem Umfang profitieren.

Wir bieten Ihnen umfassende Unterstützung bei allen Projekten
# zur Optimierung der Zentralen Notaufnahme und
# auf dem Weg von der Zentralen Notaufnahme zum Notfallzentrum

Optimierung von Strukturen, Prozessen und Zusammenarbeit in der Zentralen Notaufnahme

Wichtig für den Erfolg ist nicht nur der Inhalt der Projektarbeit, sondern vor allem die Einbeziehung der Leistungsträger/-innen der Notaufnahme aus allen Berufsgruppen. Dies ist oft ein wichtiger Schritt in Richtung einer weiteren Verbesserung der Teamarbeit.
Ihr Nutzen: Eine bestmöglich strukturierte und gut funktionierende Notaufnahme ist nicht nur das „Gesicht des Hauses“ sondern ein unverzichtbares Glied in der Wertschöpfungskette. Die hohe Spezialisierung in der Medizin ist kein Gegenargument für die Einrichtung zentraler, interdisziplinärer Notaufnahmen, sondern vielmehr der Grund, der diese erforderlich macht.

Checkliste für die Optimierung von Notaufnahmen

Das Funktionieren einer interdisziplinären zentralen Notaufnahme hängt von vielen Faktoren ab, z. B.:

  • Wie sind die räumliche Aufteilung und die Wegeführung in andere Bereiche (Röntgen, Intensiv, OP, Funktionen) gelöst?
  • Wie gut passt die Leitungsstruktur? Ist die Leitung nach Innen und Außen wirksam und akzeptiert?
  • Sind die Strukturen und Prozesse so gestaltet, dass die Vorteile einer interdisziplinären Notfallversorgung voll zum Tragen kommen, ohne dass dadurch die Qualität und Effizienz der fachspezifischen Versorgung leidet?
  • Wie gut gelingt es, ein Team zu entwickeln, das wirklich interdisziplinär arbeitet und arbeiten will?

Die nachfolgende Checkliste zeigt wesentliche Analyseschritte und Aufgaben, die bei der Neueinrichtung oder Reorganisation zentraler Notaufnahmen bearbeitet und gelöst werden müssen:

  • Analyse der Leistungsarten und -mengen im Zeitverlauf
  • Auslastungsstatistik für mittlere und hohe Auslastung.
  • Klärung des Leistungsprofils (elektiv / stationär)
  • Berechnung des Raumbedarfs
  • Analyse der IST-Prozesse und Darstellung von Optimierungspotentialen
  • Integration der Prozesse und Kommunikationsstrukturen mit allen relevanten Bereichen
    • Pforte
    • Administrative Patientenaufnahme
    • Ambulanzen verschiedener Fachabteilungen und weitere (elektive) Aufnahmebereiche
    • Radiologie
    • Stationen und Bettenmanagement
    • Konsiliarisch tätige Abteilungen
    • Rettungsdienst
    • Kassenärztliche Notfallpraxis
  • Auf Wunsch Darstellung von Möglichkeiten für räumlich-bauliche Verbesserungen
    • Bei Projekten, bei denen größere bauliche Maßnahmen geplant sind, arbeiten wir eng mit den Architekten zusammen.
  • Berechnung des Besetzungsbedarfs für alle Personalgruppen im Tages- und Wochenverlauf
  • Personalkonzept incl. Modell-Dienstplanung (integriert mit Dienstplänen der Fachabteilungen)
  • Leitungsmodell und Führungsprozesse

Beratung bei der baulichen Entwicklung

Umbaumaßnahmen sind bei ZNA-Projekten häufig erforderlich. Wir begleiten die Entwicklung des Vorentwurfs in enger Zusammenarbeit mit Architekten und klinischen Nutzergruppen. 

Unser Leistungsangebot umfasst:

  • Unterstützung bei der Erstellung des Raum- und Funktionsprogramms.
  • Darstellung von Lagebeziehungen und Wegeführungen (ZNA zu Haupteingang, Röntgen, administrative Aufnahme, Ambulanzen, OP, Stationen, Funktionsbereichen etc.)
  • Anordnung von Aufnahmebetten.
  • Unterstützung bei der Entwicklung von Alternativen der baulichen Realisierung, insbesondere hinsichtlich einer funktionalen Raumanordnung und Wegeführung innerhalb der ZA.
  • Durchgängige Prozessorientierung unter Berücksichtigung von Raumangebot und Leistungsspektrum der Notaufnahme.

Die räumliche Aufteilung von Notaufnahmen hat auch Effekte auf die Personalvorhaltung:

  • Gibt es Bereiche mit durchgängig erforderlicher Personalvorhaltung (Mindestbesetzung), die vom Rest der Notaufnahme relativ abgetrennt sind?
  • Können Bereiche zu bestimmten Zeiten geöffnet bzw. geschlossen werden?

Unsere Erfahrung liegt besonders darin, die Kommunikation zwischen Klinikern und Architekten zu unterstützen und dafür zu sorgen, dass nicht-offensichtliche Aspekte der komplex vernetzten Betriebsorganisation bei der baulichen Planung von Anfang an berücksichtigt werden.

Umgang mit Überlastungssituationen

Egal wie gut man plant: In jeder Notaufnahme gibt es immer wieder Situationen, in denen Ressourcen und Anforderungen aus dem Gleichgewicht geraten. Daher ist es notwendig, vorab ein praktikables Management von Überlastungssituationen zu planen und zu vereinbaren. Einer der Erfolgsfaktoren dabei ist die Einbeziehung aller mit der Notaufnahme verbundenen Bereichen – von der Röntgenabteilung bis zu den Stationen. Ein weiterer Erfolgsfaktor ist das laufende Training der Kommunikation in Stresssituationen.

Die folgende Darstellung zeigt unseren generellen Ansatz für das Management von Überlastungssituationen. Solche Roh-Konzepte müssen natürlich im Haus diskutiert und auf die jeweilige Situation zugeschnitten werden, damit sie Akzeptanz finden und wirksam werden.

Der Ausgangspunkt ist aus unserer Sicht subjektiv. Stress erkennt man am ehesten daran, dass man sich fragt: „Schaffe ich das noch?“. Wenn diese Frage in einem Notaufnahme-Team in den Vordergrund tritt, ist es Zeit für das Überlastungsmanagement. Dieses hat verschiedene Eskalationsstufen, so dass man eben nicht gleich bei der Forderung landet „Wir müssen uns abmelden“ …

Die Leitung der Zentralen Notaufnahme

Prüfen Sie selbst, inwieweit die Leitungsstruktur Ihrer Notaufnahme die Anforderung erfüllt, die heute an moderne Führung und Management gestellt werden:

  • Die Leitungsstruktur ist auf das Leistungsangebot, das Nutzungskonzept und die Prozessorganisation abgestimmt.
  • Die Leitung der ZNA vertritt diese als Betriebseinheit in der Abstimmung mit den Abteilungen und Funktionsbereichen. 
    • Die ZNA-Leitung ist in der Lage, mit den verschiedenen Abteilungen eine konstruktive und funktionale Zusammenarbeit zu erreichen. 
    • Sie ist akzeptierter Ansprechpartner für die Klinikleitung.
  • Die Leitung der ZNA führt die Mitglieder des Teams persönlich, d.h. sie wird von diesen als Führungsperson erlebt und geschätzt.
  • Die Kommunikation mit Rettungsdienst, niedergelassenen Ärzten und anderen Stakeholdern wird von der ZNA-Leitung aktiv gepflegt.
  • Die Abläufe in der Notaufnahme sind klar geregelt. 
    • Die Leitung achtet auf die Einhaltung der Regelungen und kommuniziert mit den Beteiligten, wenn dies nicht der Fall ist. 
    • Im Bedarfsfall werden Regelungen im Sinne des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses unter Einbeziehung von Betroffenen weiterentwickelt.
  • Die ZNA-Leitung ist in der Lage, die medizinischen Verantwortung für die Patientenversorgung in der akuten Notfallphase bis zur Übergabe an eine Fachabteilung zu verantworten.
  • Die Leitung sorgt durch geeignete Führungsinstrumente für eine gleichbleibende Qualität der Versorgung auch außerhalb des Regeldienstes. 
    • Notfall-Behandlungspfade werden in enger Zusammenarbeit mit den Abteilungen abgestimmt und weiterentwickelt.
  • In Engpasssituationen ist die Leitung Modell für ein geschicktes und ruhiges Überlastungsmanagement.
  • Die ZNA-Leitung arbeitet mit Controlling und Qualitätsmanagement zusammen und wendet KPI´s an, um die Performance der ZNA darzustellen und zu steuern.
  • Die Leitung supervidiert und koordiniert die Dienstplanung der Kliniken/Berufsgruppen mit einem zufriedenstellenden Ergebnis, d.h.: 
    • Vermeidung von Personalüberhängen ebenso wie Personalengpässen.
    • Hohe Akzeptanz im Team.
    • Aktive Kooperation der Kliniken, die Personal in die Notaufnahme entsenden (je nach Struktur).

Falls Sie beim Lesen dieser Checkpunkte erhebliche Defizite festgestellt haben (die nicht in der Person der Leitung/en begründet sein müssen!) ist es eine höchst sinnvolle Investition, dieses Thema nachhaltig zu klären und zu regeln. Wir bieten dazu auf Basis von über 20 Jahren Erfahrung gerne unsere Unterstützung an.

Die Zentrale Notaufnahme als lernende Organisation: Leitung und kontinuierlicher Verbesserungsprozess

Die Phase der Grundsatzdiskussion über zentrale Notaufnahmen ist in den meisten Kliniken vorüber. Vielerorts wurden ZNAs eingerichtet. Das bedeutet aber nicht, dass damit alle Probleme der Notfallversorgung und Akutaufnahme im Krankenhaus gelöst wären. Die Komplexität einer ZNA, die geringe Planbarkeit, die gefühlte Abhängigkeit von Rettungsdiensten und Zuweisern und die Einbettung in das gesamte Gefüge eines Krankenhauses mit seinen vielfältigen mikropolitischen Strategien – all das macht die ZNA zu einem sehr beanspruchten Organ im Organismus Krankenhaus.

Damit die Notaufnahme handlungsfähig bleibt, damit die Patienten möglichst zu jeder Zeit hohe Versorgungsqualität erfahren, damit die klinischen Leistungsträgerinnen und Leistungsträger nicht ausbrennen, sind mehrere Dinge nötig:

  • Ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess wird etabliert, der für die Teammitglieder die Möglichkeit einer konstruktiven Mitgestaltung bei der laufenden Organisationsentwicklung bietet.
  • Es wird eine realistische Personalbemessung und eine professionelle Personaleinsatzplanung durchgeführt. Dazu gehört die laufende Anpassung bei Veränderungen. Dieser Punkt ist so grundlegend, dass wir im Verlauf vieler Projekte ein eigenes System zur Personalplanung in Notaufnahmen entwickelt haben, dem wir ein eigenes Kapitel gewidmet haben. Mehr dazu finden Sie hier…

Etablierung eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses

Die grafische Darstellung zeigt einige Themen und Fragestellungen auf, die in einem KVP regelmäßig berücksichtigt werden sollten. Wir beraten Sie bei der Initiierung und Etablierung eines KVP in Ihrer Notaufnahme mit allen dazu gehörigen Aspekten und Instrumenten:

  • Skills zur Moderation von KVP-Runden
  • Etablierung einer gesunden Fehlerkultur
  • Methoden der Analyse von Fehlern und Einflussmöglichkeiten
  • Workshops zur Teamentwicklung (KVP-Team)

Unsere Angebote im Bereich Zentrale Notaufnahme

Um Ihnen ein Angebot machen zu können, dass für Ihre Situation und Ihr Anliegen optimal passend ist, führen wir zunächst ein telefonisches Vorgespräch. Dann erhalten Sie ein unverbindliches Angebot, das wir entsprechend Ihren Wünschen weiter anpassen. Im Angebot informieren wir Sie auch über den geschätzten Zeitaufwand und die entsprechenden Kosten.

Sie können uns direkt anrufen, oder zunächst das vorliegende Formular verwenden, um uns mitzuteilen, für welche Leistungen Sie sich unverbindlich interessieren.

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Wir interessieren uns unverbindlich für Ihre Beratungsangebote zu folgenden Themen:

Personalplanung
Ermittlung des Besetzungsbedarfs für alle DienstgruppenAbleitung von DienstzeitenPersonalbedarfsermittlungDienstplangestaltung

Konzeption einer neuen Zentralen Notaufnahme / eines Notfallzentrums

Reorganisation / Troubleshooting
in einer bestehenden Zentralen Notaufnahmeeinem bestehenden Notfallzentrum

Kommunikationstraining für das Notaufnahme-Team
ÄrzteteamPflegeteamÄrzte UND Pflegeteam

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